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Tyrannen

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Kuddel Köm
Spezi
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BeitragThema: Bokassa I. 1921-1996    20/02/12, 12:39 pmEine Antwort erstellen


Jean Bedel Bokassa , 1921 in Bobangi geboren diente bevor er sich 1966 zuerst zum Präsidenten und später zum
Kaiser der zentralafrikanischen Republik krönte(später zentralafrikanisches Kaiserreich ) in der französischen Armee
in der er bis zum Hauptmann aufstieg und sich auf verschiedenen Kriegsschauplätzen auszeichnete .

Nach einem Putsch 1966 machte er sich zuerst zum Präsidenten des Landes , bevor er 1977 das
zentralafrikanische Kaiserreich ausief und sich in einer verschwenderischen Zeremonie selbst
zum Kaiser krönte , nachdem der Papst dies auf Anfrage abgelehnt hatte .
Außerdem hielt er sich für den 13. Apostel Jesu .

Bokassas Herrschaft verlief außerordendlich blutig bis hin zu extremer Folter an
Regime Gegnern und Kannibalismus , an dem sich der Kaiser selber tatkräftig
beteiligte .
Gleichzeitig wurde Bokassa tatkräftig von Frankreich unterstützt , da er das Uran für dessen
Atomprogramm liefern konnte .
Eine besondere Beziehung verband ihn dabei mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing,
der des öffteren zu Jagdausflügen zu Gast bei Bokassa war .

Als er 1979 im Ausland unterwegs war , nutze sein Volk dies zum Putsch und rief unter
David Dacko wieder die Republik aus .
Auch das mit tatkräftiger Mithilfe französischer Militäreinheiten , denn Frankreich hatte mitlerweile
wohl begriffen , das ein Kannibale als Freund Frankreichs nicht wirklich witzig wirkte .

Was aber eben besagtes Frankreich nicht davon abhielt , dem gestürztem Kaiser 4 Jahre später
nachdem er in Abwesenheit hochoffiziell wegen Mordes , Folter , Kannibalisimus und weiteren
Kleinigkeiten zum Tode verurteilt wurde , Asyl mit Schloss bei Paris und gut 6000 Franc Pension
als Hauptmann zu gewähren .

Der Gute konnte es aber nicht lassen und kehrte 1986 in seine Heimat zurück , wo er promt
erneut zum Tode verurteilt wurde , das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt sondern zunächst
in lebenslänglich umgewandelt , dann noch einmal auf 20 Jahre reduziert und
als Krönung war Bokassa 1993 wieder auf freiem Fuß .

Was daran lag das ausgerechnet dieser Mensch in den Genuß einer Generalamnestie kam ,
die als Gnade bei der Rückkehr des Landes zur Demokratie gewährt wurde .

Das Ende vom Lied , Bokassa starb im Alter von 75 Jahren in der Hauptstadt Bangui an
einem Herzinfakt .
Er hinterlies 17 Frauen und geschätzte 34 -50 Kinder , keiner weiß es genau .

Fazit : Geschichte kann eine fürchterlich zynische und ironische Sache sein .

K.K.


Zuletzt von Kuddel Köm am 20/02/12, 01:12 pm bearbeitet, insgesamt 4 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tyrannen   20/02/12, 12:44 pmEine Antwort erstellen

Kuddel Köm schrieb:
Hi Klaus , entweder hast du dich in der Überschrift oder im Text beim Sterbedatum verschrieben Smile




Klaus
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Daisy Dösig
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BeitragThema: Re: Tyrannen   20/02/12, 02:30 pmEine Antwort erstellen

Ist ja voll der blutrünstige Thread hier

Mir fällt da noch Idi Amin ein, der soll sich angeblich auch Innereien seiner Hinrichtungsofper als Mahlzeit servieren lassen haben (ist mir so im Gedächtnis, bin zu faul zum Googeln).
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BeitragThema: Re: Tyrannen   20/02/12, 02:41 pmEine Antwort erstellen

Daisy Dösig schrieb:
Ist ja voll der blutrünstige Thread hier

Mir fällt da noch Idi Amin ein, der soll sich angeblich auch Innereien seiner Hinrichtungsofper als Mahlzeit servieren lassen haben (ist mir so im Gedächtnis, bin zu faul zum Googeln).


Der steht auch auf meiner Liste in der Tat unerreicht der Typ

Klaus
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BeitragThema: Zar Iwan IV. (1530-1584)   21/02/12, 10:38 amEine Antwort erstellen

Sein Name war wie sein Programm: Iwan der Schreckliche. Zar Iwan IV. (1530-1584) tat alles, um seiner Lieblingsklage
"Niemand liebt mich! " Nahrung zu geben. Ohne Vorwarnung ließ er seine Geheimpolizei Städte und Dörfer niederbrennen und jeden töten. Für das Massaker von Nowgorod im januar 1570 gab er immerhin einen Grund an: Er wolle einen Verrat sühnen. 20 000 Menschen alle Einwohner der nordwestrussischen Stadt — wurden in einer zweiwöchigen Gewaltorgie auf dem Marktplatz gefoltert und anschließend in siedendes Fett geworfen. Der Zar und sein kleiner Sohn sahen von einer Tribüne aus zu.

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BeitragThema: Mulai Ismail (1671-1727)   22/02/12, 09:26 amEine Antwort erstellen

Der Sultan von Marokko Mulai Ismail hatte nichts dagegen, dass er von allen nur als »der Blutige« bezeichnet wurde. Europäer, die damals nach Nordafrika kamen, schilderten ihn als den grausamsten und zügellosesten aller orientalischen Despoten. Mit der Farbe seiner Kleidung, die er morgens anlegte, signalisierte er seine Laune: Gelb war
die »Tötungsfarbe« — an solchen Tagen ordnete er Hinrichtungen an, die er selbst vollstreckte. Sein liebstes »Spiel« war es, dem Diener, der ihm vor dem Ausritt in die Steigbügel helfen musste, mit dem Krummsäbel den Kopf abzuschlagen.

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BeitragThema: Re: Tyrannen   22/02/12, 06:11 pmEine Antwort erstellen

mex schrieb:
Der Sultan von Marokko Mulai Ismail hatte nichts dagegen, dass er von allen nur als »der Blutige« bezeichnet wurde. Europäer, die damals nach Nordafrika kamen, schilderten ihn als den grausamsten und zügellosesten aller orientalischen Despoten. Mit der Farbe seiner Kleidung, die er morgens anlegte, signalisierte er seine Laune: Gelb war
die »Tötungsfarbe« — an solchen Tagen ordnete er Hinrichtungen an, die er selbst vollstreckte. Sein liebstes »Spiel« war es, dem Diener, der ihm vor dem Ausritt in die Steigbügel helfen musste, mit dem Krummsäbel den Kopf abzuschlagen.


aha, nun verstehe ich es, den verrufenen Begriff eine Steigbügelhalters, mal anders zu sehen
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BeitragThema: Kim II-Sung (1912.-1994)   23/02/12, 08:59 amEine Antwort erstellen

Vor 18 Jahren starb Kim II-Sung (1912.-1994), der erste kommunistische Diktator Nordkoreas, trotzdem müssen jedes Jahr an seinem Geburtstag (»Tag der Sonne«) Hunderttausende vor dem Palast in Pjöngjang dem »Gottvater« huldigen. Nach ihm herrschte sein im Dezember 2011 gestorbener Sohn Kim Jong-II ebenso grausam: Die Hälfte des Bruttosozialproduktes Nordkoreas wurde in Arbeitslagern von Gefangenen erwirtschaftet, die sich zu Tode schuften mussten oder verhungerten. Gefangenen-»Nachschub« gab es genügend: In Nordkorea gilt die ganze Familie eines Verurteilten als schuldig, bei Säuberungsaktionen werden die Strafen auf Angehörige bis zur dritten Generationen ausgedehnt.
Auf 47 Vergehen steht die Todesstrafe. Es ist zu befürchten, dass sich die Lage auch unter dem neu intrhonisierten »Enkel des Gottvaters«, Kim Jong-un, nicht bessern wird.


Klaus
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BeitragThema: Ashoka 304 v. Ch-232 v. Ch.   23/02/12, 10:38 amEine Antwort erstellen

Massenmöder , Tyrann , Kriegsherr , Religionsreformer, Wohltäter ,Friedensapostel .

Kaum ein Machthaber in der Geschichte der Menschheit vereint derart viele gegensätzliche Attribute in sich , wie
dieser indische Herrscher .

Als dritter Herrscher der Maurya Dynastie bestieg er im Jahr 268 v. Ch. seinen Thron und erweiterte
sein Reich mit Kriegszügen , die teil von unglaublicher Grausamkeit und Härte geprägt waren .
Als Höhepunkt eroberte er 261 v. Ch. das nordindische Reich Kalinga .

Bei diesem Eroberungszug soll es nicht nur unter den eigenen Soldaten enorme Verluste gegeben
haben, nach Überlieferungen kamen in Kalinga über 250000 Menschen ums Leben oder wurden
als Sklaven in Ashokas Reich verschleppt .

Dieser Blutzoll war scheinbar so hoch , das Ashoka anfing umzudenken, unter den Gefangenen war
ein buddhistischer Mönch, mit dem der Herrscher in Kontakt kam und anfangs nur als interessierter
Zuhörer dessen Lehren und Erzählungen folgte .

Bereits 4 Jahre später jedoch fiondet sich eine im Reich verbreitete Felsinschrift (Zu der Zeit wurden
herrschaftliche Edikte in Steinsäulen geritzt und so verbreitet ), in der Ashoka auf weitere Eroberungen
verzichten wollte , ja sogar militärische Siege als sinnlos bezeichnete und nur den Sieg des Dhamma
als wirklich sinnvoll erachtete .

Der Begriff Dhamma zeigt , das er sich hier praktisch schon zum Buddhismus bekannte, da dieser
Ausdruck in der buddhistischen Religion für die Beachtung von Moral , Sitte , Recht und Gesetz steht .

Kalinga war tatsächlich die letzte Eroberung Ashokas , danach stand dieser Herrscher zunehmend
für eben die Verbreitung des Buddhismus über die Grenzen seines Reiches hinweg .
Buddhistische Gesandte gelangen unter seiner Herrschaft bis nach Athen und Alexandria , Sri Lanka
und Burma .

Ashoka führte eine staatliche Verwaltung in seinem Reich ein , beendete steuerliche Willkür , regelte
eine gerechte Verteilung von Landbesitz und ließ Schulen und Hospitäler errichten , getreu der buddhistischen
Lehre sogar Tierhospitäler .

Seine Lehren wurden in besagten Steinsäulen (Säulen Edikte des Ashoka) verewigt , im Reich verbreitet
und die Einhaltung wurde von extra eingesetzten Beamten überwacht .

Jahrhunderte vor dem ersten christlichen Konzil von Nizea berief Ashoka 253 v. Chr. oder 250 v. Chr. ein buddhistisches Konzil
in Pataliputra (Hauptstadt seines Reiches ein), welches dem Buddhismus grundlegend geltende
Regeln brachte .

Der einzige Widerspruch seiner Wandlung findet sich im Verhalten gegenüber seiner letzten
Eroberung , weder wurden die Sklaven Kalingas freigelassen nocht wurde diesem Reich
die Selbstbestimmung wiedergegeben .
Nach Ashokas Denken waren alle Menschen seine Kinder .

Auch hier findet man wie so oft einen Haufen Ironie in der Geschichte der Menschheit .

Ausgerechnet ein Kriegsherr und anfänglich Mörder unzähliger unschuldiger Menschen sorgt
im entscheidenden Maße für die Verbreitung der einzigen Weltreligion , die Gewalt strickt
ablehnt .

K.K.
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BeitragThema: Re: Tyrannen   23/02/12, 10:45 amEine Antwort erstellen

Komisch nur das ausgerechnet solche Leute an die Macht kommen

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BeitragThema: Re: Tyrannen   23/02/12, 11:09 amEine Antwort erstellen

mex schrieb:
Komisch nur das ausgerechnet solche Leute an die Macht kommen


Das liegt vielleicht daran , das Demokratie die Freiheit zwar verwalten und bewahren aber
nicht erringen kann .
Dafür braucht es Anführer , die aus der Menge der Menschen herausstechen , die Dinge tun ,
vor denen andere zurückschrecken und Verantwortung übernehmen , die andere verängstigt .

Was wären die USA ohne George Washington oder Benjamin Franklin gewesen ?

Wahrscheinlich heute noch englische Kolonie .

K.K.
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BeitragThema: Re: Tyrannen   23/02/12, 11:17 amEine Antwort erstellen

Kuddel Köm schrieb:

Das liegt vielleicht daran , das Demokratie die Freiheit zwar verwalten und bewahren aber
nicht erringen kann .

K.K.


Ich bin schon am zweifeln ob die Demokratie überhaupt funktionieren kann

Klaus
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BeitragThema: Re: Tyrannen   23/02/12, 11:27 amEine Antwort erstellen

Sie funktioniert doch Klaus , nenn mir doch mal ein System , in dem es besser in seiner
Gesamtheit funktioniert , als in einer Demokratie .

Richtig ist , das es auch bei uns Dinge gibt , die man verbessern kann , aber nur
die Demokratie gibt einfachen Menschen überhaupt die Möglichkeit , das auch zu
tun .

Selbst ein Taxifahrer konnte Außenminister werden , ist das nicht Beweis genug ?

K.K.
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BeitragThema: Re: Tyrannen   23/02/12, 11:48 amEine Antwort erstellen

Kuddel Köm schrieb:
Sie funktioniert doch Klaus , nenn mir doch mal ein System , in dem es besser in seiner
Gesamtheit funktioniert , als in einer Demokratie .

Richtig ist , das es auch bei uns Dinge gibt , die man verbessern kann , aber nur
die Demokratie gibt einfachen Menschen überhaupt die Möglichkeit , das auch zu
tun .

Selbst ein Taxifahrer konnte Außenminister werden , ist das nicht Beweis genug ?

K.K.


Schon aber in der Praxis - was kann der Bürger bewirken außer der Wahl und der Demonstration?

Klaus
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BeitragThema: Re: Tyrannen   23/02/12, 11:58 amEine Antwort erstellen

Och Klaus , wie sah denn die Parteienlandschaft am Anfang der BRD aus und wie heute ??

Parteien wie die NPD verschwanden fast ins Nirvana , eine Partei wie die Grünen
ist entstanden und hat auch schon regiert , es gibt die Linken , die Piraten sind
im kommen .

Auf Länder und kommunaler Ebene erreichen unabhängige Wählervereinigungen
immer wieder Erfolge und stellen sogar Bürgermeister .

Demokratie funktioniert doch nicht nur , wenn sie einem persönlich gefällt ,
sie funktioniert , weil sich was bewegt , inwieweit es sich bewegt entscheiden
doch die Menschen durch ihr Engagement selber .
Und genau diese Möglichkeit zeichnet doch eine Demokratie aus .

Das das nicht von heute auf morgen gehen DARF , das hat doch die
Weimarer Republik aufs trefflichste bewiesen .

Also , nich so pessimistisch , schau dich in der Welt um , normal müsste
man doch tägliche Freudensprünge machen , hier reingeboren zu sein .
Was wir hier haben ist absolut nicht selbstverständlich , nur es zu würdigen
wohl langsam nicht mehr machbar .

Warum eigentlich nicht ??

K.K.
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Tyrannen

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